wirkungsvoll oder doch voodoo? ein test mit akustischen high end tuning-elementen von shun mook

Verfasst am 13. Februar 2011

Irgendwann kommt jeder mit seiner High End Anlage an einen Punkt, wo gerätemässig keine allzugrossen Verbesserungen mehr möglich sind. Dies kann verschiedene Gründe haben: Der Raum setzt der Anlage Grenzen, weitere geräteseitige Klang- verbesserungen sind wegen den unverhältnsmässigen Mehrpreisen nicht mehr finanzierbar oder die eingesetzten Geräte gehören schon zu den erlesensten High End Produkten. Nun, der engagierte High Ender beschäftigt sich natürlich schon von Anfang an mit dem Feintuning seiner Anlage, aber spätestens ab diesem Zeitpunkt wird entsprechendes Tuning-Zubehör interessant. Einige werden jetzt wahrscheinilch sicher aufschreien, da sich hier ein Test zu dem kontrovers diskutierten und oft als Voodoo bezeichnetem Tuning-Zubehör anbahnt. Zugegeben – oft sind die Wirkungen der jeweiligen Produkte sehr schwer und manchmal auch gar nicht zu erklären, bisweilen spricht man auch vom wohl bekannten Placeboeffekt und fast genauso oft sind die eingesetzten Materialien sehr selten und entsprechend teuer – schnell ist man geneigt dies als übertriebenen und nutzlosen Voodoo- bzw. Esoterik-Kram abzutun.

Doch wie sagte einst Albert Einstein: “Wenn man alles auf physikalische Gesetzmässigkeiten zurückführen würde, wäre das eine Abbildung mit inadäquaten Mitteln, so als ob man eine Beethoven-Symphonie als Luftdruckkurve darstellte.” Dies sollte jedem High Ender ein Ansporn sein, seine allfälligen Vorbehalte – ob fundiert oder nur vom Gefühl her – abzulegen und sich mal ganz unvoreingenommen an solche Tuning-Produkte heranzuwagen. Wenn diese eine positive Wirkung aufs Klangbild erzeugen, ist die Überraschung oft sehr gross und man darf sich darüber freuen. War die Wirkung negativ oder sogar nicht vorhanden, fällt einem kein Zacken aus der Krone. Natürlich vorausgesetzt, dass man die Produkte unverbindlich zum testen zur Verfügung gestellt bekam – was jeder seriöse Händler ermöglicht.

Nahaufnahme von drei Shun Mook Mpingo Discs

Die Einleitung zu diesem Test hat sich nun ziemlich in die Länge gezogen, dies war allerdings aufgrund des bereits erwähnten kontroversen Hintergrundes unumgänglich.  Kommen wir nun zum eigentlichen Thema: Ein Test der akustischen High End Tuning-Elemente von Shun Mook Audio. Die in den USA ansässige Manufaktur hat sich auf akustische Tuning-Elemente im High End Bereich spezialisiert und ist damit seit weit über 10 Jahren sehr erfolgreich. Neben den Tuning-Elementen für High End Stereoanlagen stattet Shun Mook auch Konzertsäle mit solchen Elementen aus. Bei den Shun Mook Tuning-Elementen handelt es sich um sogenannte Resonatoren aus verschiedenen speziell behandelten afrikanischen Ebenholzarten, wie Gaboon- und Mpingo-Ebenholz sowie schwarzes Ebenholz. Die Shun Mook Tuning-Elemente sollen durch ihr besonderes Verhalten in Bezug auf die Resonanzkontrolle das muskalische Erlebnis deutlich verbessern. Als Testsong diente während des ganzen Tests die audiophile Aufnahme “Coastal Ship” von Kari Bremnes (Album “Norwegian Mood”, CD).

Erstes Testobjekt waren die Giant Diamond Resonators, das sind die grössten Gerätefüsse von Shun Mook. Sie bestehen aus einem runden Korpus aus schwarzem Ebenholz (auf diesem wird das Gerät platziert), einem Metalldorn in der Mitte und einer darin eingelassenen 1/2 Karat Diamantspitze. Letztere wird zum Schutz der Rackebenen mit einer Unterlegsscheibe aus dem selben Holz unterlegt.  Die drei Füsse wurden als Dreieck angeordnet unter dem Röhren-CD-Player Ayon CD-5 platziert. Es wurde ein Vorher-Nachher Vergleich durchgeführt und die klangliche Verbesserung mit den Shun Mook Füssen war sehr deutlich: Der Bass-Bereich wurde klarer und konturierter, der Mittelton wurde natürlicher und der Hochton wurde angenhemer. Irgendwie schienen die Füsse das gesamte Klangbild angenehmer zu gestalten, d.h. den CD-Player näher an die analoge Wiedergabe zu bringen. Dass die Bühnenabbildung allein durch das von innen nach aussen drehen der beiden vorderen Füsse variiert werden kann, sei ebenfalls erwähnt. Absolut beeindruckend – wohl gemerkt ist das meine subjektive Meinung!

Wenn Sie die Shun Mook Gerätefüsse selber mal testen, beachten Sie aber bitte unbedingt folgendes: Es ist empfehlenswert in erster Linie mit den kleineren Gerätefüssen von Shun Mook anzufangen und diese zuerst nur unter die Vorstufe oder den Vollverstärker zu platzieren, da dies die “zentralen” Geräte einer Stereo-Anlage sind. In meinem Fall war beim Test jedoch ein bereits sehr hochwertiges Suonomondo Klangholz-Rack mit Mondholzplatten vorhanden, so dass mir nur die grössten Gerätefüsse von Shun Mook als sinnvoll erschienen, da ansonsten der Klangzugewinn wohl zu gering ausgefallen wäre. Aufgrund des Racks war beim CD-Player auch der höchste Klanggewinn zu erwarten, weswegen ich auf einen Test bei der Vorstufe verzichtete.

Als zweites Testobjekt waren die Mpingo-Discs an der Reihe. Diese Discs sollen – verteilt an neuralgischen Punkten des Raums – gezielt den unerwünschten Frequenzen entgegenwirken und so das gesamte Klangbild harmonisieren. Auf Höhe der Hochtöner vor und hinter den Lautsprechern an den seitlichen Wänden angeklebt, sorgten sie für einen angenehmeren Hochton. Deutlicher wurde der Unterschied nach dem selben Prinzip platziert, diesmal auf Höhe des untersten Basstreibers der Lautsprecher: Hiermit bekam der Bass mehr Klarheit, mehr Präzision und eine kleine Bass-Aufdickung konnte zudem abgeschwächt werden. Sehr zu empfehlen ist auch die Platzierung der Discs auch auf Ohrhöhe beim Hörplatz an beiden seitlichen Wänden.

Es folgte dann noch ein Feintuning mit weiteren Discs auf den Lautsprechern, dazwischen in der Mitte des Raums auf Mittel- und Hochtönerhöhe, an den Lautsprecheranschlüssen der Lautsprecher und an denselben des Endverstärkers. Bei diesem Feintuning waren die klanglichen Verbesserungen allerdings nicht mehr so deutlich herauszuhören. Da bedarf es wohl etwas mehr Zeit zu investieren. Das Aha-Erlebnis ergibt sicherlich dann, wenn man mehrere Wochen mit den Mpingo-Discs Musik hört und sie dann wieder entfernt.

Zuletzt folgte der Test mit den Röhren-Resonatoren, welche die Eigenschwingungen der Röhren dämpfen sollen. Meines Erachtens brachten diese Röhren-Resonatoren auf den Treiber- und Leistungsröhren der Endstufe noch einen Schuss mehr Harmonie ins Klanggeschehen. Dieser Schritt ging allerdings ebenfalls mehr in Richtung Feintuning, daher gilt hier das gleiche wie fürs Feintuning mit den Mpingo-Discs: Langes und entspanntes hören damit und dann wieder ohne – damit der Unterschied deutlich erkennbar wird.

Fazit: Ein Test des Shun Mook Equipments lohnt sich allemal. Dessen Wirkung an der von mir getesteten Anlage war sehr eindrucksvoll! Aufgrund der “Harmonisierung” des Klangs hört man mit einem sauber installierten Shun Mook Equipment rund 3dB lauter! Dennoch sei gesagt, dass das Shun Mook Equipment nur bei entsprechend hochwertigen Anlagen Sinn macht und da kann es – wohl verstanden – keine Wunder erzeugen, sondern die entscheidenden letzten Quäntchen Klang herausholen.

Die Schweizer Preise (Direktvertrieb) der getesteten Shun Mook Produkte: Giant Diamond Resonators (3er Set) Fr. 2’400.-, Tube Resonators (4er Set für Treiber) Fr. 280.-, PowerTube Resonators (2er Set) Fr. 300.- und Mpingo Disc Fr. 90.- (pro Stück).

Hier gehts zur Hersteller-Website Shun Mook Audio, Inc. Auf meiner Homepage gibt es auch ein Herstellerporträt zu Shun Mook Audio.