guter geschmack neu zum leben erwacht: audio exklusiv p7

Verfasst am 02. April 2012

Vorverstärker sind die zentrale und klangentscheidende Komponente einer jeden Stereoanlage. Für mich als Liebhaber von Röhren-Geräten ist es daher besonders schön und spannend, wenn neue Vorverstärker mit Röhrentechnik auf den Markt kommen. So geht es in diesem Produktspiegel um die Röhren-Vorstufe Audio Exklusiv P7.

Audio Exklusiv P7 - fotografiert an der High End 2011 in München

Audio Exklusiv ist einer der wenigen deutschen Namen, die seit Jahrzehnten im High End Bereich ein Begriff sind. Zwischenzeitlich sollte die Marke aufgegeben werden, da deren Audio Pionier Gerd Pütz im Jahr 1990 allzu früh verstarb. Andreas Schönberg übernahm als Audio Exklusiv Fan der ersten Stunde die Firma und sicherte sich alle Rechte. Mit der Röhren-Vorstufe P7 kam im vergangenen 2011 nun ein gänzlich neues Produkt unter dem Namen Audio Exklusiv auf den Markt.

Schon optisch macht die P7 auf den ersten Blick mit einer Frontplatte aus Granit oder Marmor einiges her. Bei meinem Besuch der High End 2011 machte die Verarbeitung ebenjeniger Granitplatte allerdings keinen überzeugenden Eindruck: Die Bohrungen für die LED’s waren optisch nicht sauber. Die Modelle mit einer Marmorfrontplatte – was sich besser verarbeiten lässt als Granit – machten hingegen einen tadellosen Eindruck. Die Drehschalter sind edel verarbeitet und haben gasgefüllte Reed-Relais, wodurch Verschleiss und Verschmutzung weitgehend vermieden werden können. Beim für den Klang so elementaren Lautstärkeregler wurde ein Potentiometer von TKD verbaut.

Anschlussmässig lässt die P7 praktisch keine Wünsche offen: Mit fünf unsymmetrischen Eingängen, davon ein Tape-In, zwei Ausgängen und auch einem Tape-Out ist man gut bedient. Lediglich symmetrische Ein- und Ausgänge sucht man vergebens.

Im inneren der P7 bietet sich eine aufgeräumtes Bild: Strikte Kanaltrennung und für jeden Kanal einen eigenen Trafo. Die Signalwege sind kurz gehalten. Pro Kanal fungiert eine EZ90-Röhre als Röhrengleichrichter. Neben der separaten Heizspannung erfolgt noch eine Siebung der Spannung, die erst geglättet wird. Audio Exklusiv setzt dabei auf eine besonders aufwendige Siebung, die zwar viel Materialeinsatz fordert, aber dementsprechend auch beste Resultate liefert. Auch den Koppelkondensatoren wurde besondere Aufmerksamkeit gewidmet: So wurden rund 40 solcher Kondensatoren in einem direkten Vergleich ausprobiert, um letztlich dann die klanglich beste Variante zu finden. Verstärkerseitig setzt man auf zwei ECC 803 S Röhren mit Goldpins, selbstverstvändlich wurden auch diese akribisch paarweise selektiert. Diese Röhre steht besonders in Sachen Mikrofonie-Empfindlichkeit und Rauschen gut da, was natürlich ideal für eine Vorstufe ist. Die grosse und einzige Platine ist zudem gut bedämpft. Interessant ist die Tatsache, dass das im ganzen Gerät verwendete Dämmmaterial aus der Automobilindustrie stammt.

Die Frage aller Fragen ist natürlich, wie die P7 nun klingt. Ich habe an der High End 2011 einer Vorführung von Audio Exklusiv beiwohnen dürfen und war damals zugegebenermassen nicht sehr angetan. Allerdings führe ich das auf die Tatsache zurück, dass die verwendeten Lautsprecher – sogenannte Elektrostaten – für das Ergebnis verantwortlich waren und ich kann mich mit diesem Lautsprechertyp einfach nicht anfreunden. So ist eine Klangbeurteilung schwierig. Im Fachmagazin image hifi jedenfalls wird der P7 attestiert, dass sie Musik unverfärbt und somit unvervälscht zur Endstufe transportiert, also so wie es sein soll. Dabei ist Andreas Schönenbergs Vorstufe in Sachen Musik gänzlich unwählerisch: Egal ob Oper, Rock, Pop oder auch Rap – sie bietet ein durchwegs detailreiches Klangbild ohne analytischen Hauch und mit einer exzellenten Stimmenverständlichkeit.  Die Röhren-Vorstufe Audio Exklusiv gibt’s ab fairen 4’130 Euro.

Einen interessanten und ausfühlichen Test des Audio Exklusiv P7 gibts in der image hifi Nr. 102.

Hier gehts zur Produkt-Website der Röhren-Vorstufe Audio Exklusiv P7.