devialet d-premier: class d und audiophiler klang ein widerspruch?

Verfasst am 11. September 2010

Im High End Bereich taten sich Class-D Verstärker lange sehr schwer, um nicht sogar zu sagen, audiophiler Klang und Class-D war ein Widerspruch. Nach wie vor haben High End Class-A Verstärker die Überhand: Gross und schwer sind sie, stromhungrig und übermässig wärmeerzeugend. Und wenn das Gesamtpaket stimmt, klingen sie auch noch gut – lange Zeit auch deutlich besser als die neumodischen Digitalverstärker (Class-D). Scheinbar hat man die grossen Verstärkermonster so liebgewonnen, dass die grosse Mehrheit von kompakten und stromsparenden Class-D Verstärkern nichts wissen wollte oder will.

Devialet D-Premier - fotografiert an der High End Swiss 2012 in Regensdorf

Auch heute noch fristen die Class-D Verstärker eher ein Nischendasein im High End HiFi Bereich. Jetzt gibt es einen Verstärker der Class-D Fraktion, der die Vorteile beider Welten (Class-A und Class-D) verbinden und mit den Vorbehalten gegen Class-D (Rauschprobleme und schlechte Anpassung an schwierige Lasten) aufräumen will: Der Vollverstärker Devialet D-Premier aus Frankreich.

Allerdings ist er nicht nur ein Vollverstärker: Je nach Software-Konfiguration (per PC oder SD-Card selbstständig vornehmbar) ist der Devialet eine Endstufe, eine anlaloge oder digitale Vorstufe (Line und/oder Phono wie MM/MC), eine Frequenzweiche, ein DA- oder AD-Wandler oder auch alles zusammen auf einmal. Auch die Anschlussbuchsen sind konfigurierbar: Ein- oder Ausgänge, digital oder analog und sogar die Ausgangsleistung. Dazu gehören noch HDMI, optische Schnittstelle und ein AES/EBU-Digitaleingang.

Im Verstärkerabteil wird eine analoge Class-A-Endstufe und ein Class-D-Verstärker schaltungstechnisch sehr knifflig kombiniert. Für die Stromversorgung sorgt ein 600-Watt Schaltnetzteil. Devialet hat mit dem D-Premier einen Digitalverstärker erschaffen, der gemäss dem Test in image hifi in Musikalität, Plastizität, sowie Fein- als auch Grobdynamik ihren reinrassigen Class-A-Kollegen einige Sorgen bereiten dürfte…

Zugegeben, ich bin ein Fan von grossen und schweren Class-A Verstärkern… Aber der Devialet hat mich neugierig gemacht. Man sollte sich ihn bei Zeit und Gelegenheit unbedingt mal anhören. In Bezug auf die Umweltfreundlichkeit (Stromverbrauch), wäre es sicher zu begrüssen, wenn sich mehr Hersteller solchen Verstärkern annehmen würden. Aber eine Röhre lässt sich halt nun mal nicht durch einen Transistor ersetzen :-)

Den Devialet D-Premier gibt’s für 12’500 Euro.

Einen sehr ausfühlichen Test des Devialet D-Premier mit umfangreichen Infos gibts in der image hifi Nr. 95.

Hier gehts zur Produkt-Website des Devialet D-Premier.