aufnehmen auf high end niveau: korg mr-2000s

Verfasst am 20. Februar 2011

Viele Vinyl-Liebhaber scheuen die Digitalisierung ihrer schwarzen Schätze wohl wie der Teufel das Weihwasser. Dennoch ist es nicht unbedingt verkehrt, die analogen Preziosen für die Zukunft zu sichern. Und unter Umständen möchte man die einen oder anderen LPs, welche bis zum heutigen Zeitpunkt nicht auf CD erhältlich sind, auch gerne mal im Urlaub über einen mobilen Player geniessen. Ist in der Anlage des Audiophilen zudem ein Top-Tuner vorhanden, ist der Wunsch nach einer adäquaten Aufnahmemöglichkeit nur eine Frage der Zeit.

Korg MR-2000s

Glück für den Musikliebhaber, der eine hochwertige Bandmaschine sein Eigen nennt – für ihn ist aufnehmen auf hohem klanglichen Niveau nichts neues. Auch heutzutage haben daher die Bandmaschinen noch ihre Daseinsberechtigung und erfreuen sich grosser Beliebtheit – wenn auch hauptsächlich nur im High End Nischenmarkt. Doch welche Möglichkeiten der audiophilen Aufzeichnung gibt es mit den aktuellen Technologien? Das klanglich herausragende digitale Audio Tape (DAT) konnte sich bald nach seiner breiten Einführung in den frühen 1990ern in Studios und im professionellen Bereich gut etablieren. Heutzutage werden allerdings so gut wie keine neuen DAT-Laufwerke mehr entwickelt oder produziert. Die Mini-Disc – der DAT-Nachfolger – ist klanglich deutlich unter den Möglichkeiten des DAT als auch des alten Tonbands, sie konnte sich aber – zumindest bis zum grossen Aufkommen der MP3-Player seit 2003 – eine gute Position im Massenmarkt erarbeiten. Zwischenzeitlich ist der Erfolg der Mini-Disc natürlich auch längstens vorbei.

Ist aufnehmen auf High End Niveau nur noch mit Geräten möglich, die längst nicht mehr produziert werden? Nein, zum Glück nicht – wenn auch die meisten Antworten dazu letztlich nicht im HiFi- sondern im Studiobereich zu finden sind. Eine mögliche und sehr interessante Antwort liefert Korg mit dem MR-2000s, einem professionellen Stereorecorder. Dieser unterstützt neben den üblichen PCM-Formaten bis zu 24 Bit / 192 kHz auch das DSD-Aufnahmeverfahren mit 1 Bit / 5.6 MHz. Letzteres soll einer hochwertigen Bandmaschine vom Schlage einer Studer bei 38cm / s offenbar in fast nichts nachstehen.

Der MR-2000s ist in erster Linie ein Gerät, das für den Studioeinsatz erdacht wurde. Dementsprechend hat es mit seinen Abmessungen von 45 x 482 x 220 mm (HxBxT) ein eher funktionelles, denn schönes Design und ist damit für die Montage in einem 19″-Rack geeignet. Das mag den einen oder anderen High Ender, dem nebem guten Klang auch das Design sehr wichtig ist, etwas stören. Es sei allerdings erwäht, dass das Design des Korg MR-2000s in jedem Falle wohnraumfreundlicher ist, als jenes von vergleichbaren Geräten wie z. B. Tascam. Im Gegensatz zum Design sieht es ausstattungsmässig beim MR-2000s sehr lobenswert aus: Er bietet rückseitig analoge Ein- und Ausgänge via XLR als auch via Cinchbuchsen. Des Weiteren gibt es Cinchbuchsen für den Digital-Eingang als auch -Ausgang sowie eine USB 2.0 Schnittstelle. Auf der Front gibts einen Kopfhöreranschluss mit eigenem Lautstärkeregler sowie ein mittiges Display mit allen wichtigen Informationen inklusive 23teiliger Pegelanzeige. Rechts neben dem Display befinden sich die üblichen Funktionen für die Aufzeichnung und Wiedergabe. Aufgezeichnet wird auf einer flüsterleisen 80 GB Festplatte, was bei der höchsten Qualitätseinstellung etwa 13 Stunden aufzeichnen ermöglicht, wobei die maximale Aufnahmedauer pro Take ganze sechs Stunden beträgt!

Es ist sicherlich lohnenswert, den MR-2000s bei entsprechendem Bedarf mal auszuprobieren. Sogar dann, wenn man stolzer Besitzer einer hochwertigen Bandmaschine ist.  Denn der MR-2000s von Korg kann in der momentan höchten 1-Bit Technologie aufnehmen, soll klanglich sehr überzeugend sein und liegt dabei in Sachen Rauschabstand natürlich deutlich vor seinen grossen analogen Idealen. Ich persönlich bin der Meinung, dass der Korg MR-2000s eine nützliche und moderne Ergänzung zu einer analogen Bandmaschine sein kann.

Den Korg MR-2000s gibt’s für 2’141 Euro.

Einen sehr ausfühlichen Test des Korg MR-2000s gibts in der Hörerlebnis Nr. 74.

Hier gehts zur Produkt-Website des Korg MR-2000s.