transfiguration orpheus l - der urahn der tonabnehmer-revolution af-1 von 1992

Verfasst am 03. April 2011

1992 – also vor bald zwei Jahrzenten – kam ein viel beachteter Tonabnehmer auf den Markt, der die damaligen High End Tonanbnehmer klanglich in die Schranken verwies und die ihren Herstellern einiges Kopfzerbrechen bereitete. Und das zu einer Zeit, als die CD längt die grosse Masse erobert hatte und man bei den Tonabnehmern keine Revolutionen mehr erwartete. Während Jahrzehnten wurden Tonabnehmer immer nach demselben Prinzip der in einem Magnetfeld bewegten Spule gebaut, d.h. die von einem oberhalb der Spulen angebrachten Magneten erzeute Feldwirkung wird durch die Polschuhe gebündelt.

Nahaufnahme des identisch aussehenden Vorgängers Transfiguration Orpheus

Der findige Entwickler Seiji Yoshioka kam dann auf die Idee, Ringmagneten zu verwenden und die Spulen ins Zentrum ihrer der Kraftfelder zu platzieren. Dadurch wurde das Magnetfeld deutlich gleichmässiger. Diese Idee wurde in Yoshiokas Transfiguration AF-1 Wirklichkeit und der klangliche Erfolg war damals absolut überragend. Gegenüber den anderen Tonabnehmern, war der AF-1 deutlich verfärbungsärmer, bot räumliche Feinstauflösung und eine weitaus grössere Dynamik. Die grosse Mehrheit der damaligen Tonabnehmer lies der AF-1 dabei ziemlich alt aussehen. Andere Konstrukteure holten seither über die Jahre natürlich wieder auf und es hat sich in der vergangenen Zeit sehr viel getan in der Riege der High End Tonabnehmer. Heute gibt es viele exzellente Tonabnehmer, aber die Transfiguration-Modelle haben nach wie vor eine ganz besondere Stellung in dieser Produktsparte.

Bild 10

Yoshiokas aktuelle Entwicklung – der Transfiguration Orpheus L – beeindruckt wieder auf ganz besondere Weise. Schon dessen direkter Vorgänger – der Transfiguration Orpheus – dessen ehrenwerte Anwesenheit in meiner Anlage mir regelmässig viel Freude bereitet, beeindruckte unter anderem mit seiner Unempfindlichkeit gegenüber Plattenknistern und -knacksen. Dies soll auch beim verbesserten Orpheus L der Fall sein und das obwohl auch er eine sehr feine und ausgedehnte Hochtonausleuchtung verfügen soll. Gegenüber dem Vorgänger Orpheus werden beim Orpheus L deutlich weniger Windungen gewickelt, wodurch der Innenwiderstand noch rausch- und somit verzerrungsärmer wird und nur noch ein Ohm beträgt.  Dazu kommen stärkere Magneten zum Einsatz, damit die Ausgangsspannung weiter unproblematisch bleibt. Nach wie vor ist auch beim Orpheus L das Gehäuse ein massiver Anti-Resonanzkörper aus Aluminium.

Klanglich soll sich das schon erwähnte in den Hintergrund treten von Plattenknistern und -knacksen überaus positiv bemerkbar machen. Die Wiedergabe soll eine tiefschwarzen Hintergrund bieten, vor dem sich die Musik frei mit einer wahnsinnigen Raumtiefenwirkung entfalten kann. Die feindynamischen Fähigkeiten versprechen nicht das geringste verschlucken von leisesten Details der Aufnahme. Ebenso überzeugend sollen die grobdynamischen Fähigkeiten und auch die Natürlichkeit sowie die Glaubwürdigkeit des Klanges sein.

Wer den stattlichen Preis des Orpheus L von 5’250 Schweizer Franken abschreckt, dem sei hiermit gesagt, dass es noch zwei kleinere Modelle von Transfiguration gibt: Den Axia für CHF 1’750.- oder den New Phoenix für CHF 2’750.-, natürlich kommen diese Tonabnehmer nicht an die klanglichen Finessen eines Orpheus / Orpheus L heran, dennoch besitzen auch sie diese ganz besondere klangliche Magie, wofür die Transfiguration-Tonbabnehmer so berühmt geworden sind.

Einen sehr ausfühlichen Test des  Transfiguration Orpheus L gibts in der image hifi Nr. 96.

Hier gehts zur Transfiguration-Website des deutschen B & T hifi vertrieb.