luftige lagerung: bergmann magne

Verfasst am 09. Oktober 2011

In diesem Produktspiegel geht es um den Bergmann Magne, ein Plattenspieler dänischer Provenienz mit einem luftgelagerten Plattenteller und einem ebenso gelagerten Tangentialtonarm. In der Tat sind dies keine neuen oder innovativen Ideen – in ihrer Ausführung sind sie allerdings überaus komplex. Im High End Markt gibt es schon seit längerem den einen oder anderen Plattenspieler mit dieser Technik: Von tresorschweren Monstern mit keineswegs leisen Pumpen bis hin zu feinmechanischen Meisterwerken, welche zur Justage am besten einem Uhrmachermeister überlassen werden, ist alles dabei. Wirklich praktikable und vorallem auch – für High End Verhältnisse – bezahlbare Lösungen, gab es diesbezgülich bisher so gut wie nie.

Der Bergmann Magne scheint einer der interessantesten Vertreter von Plattenspielern mit Luftlagerung zu sein, sieht er  doch wirklich schön und überhaupt nicht kompliziert aus: Und dies trotz Luftlagerung und vorallem auch trotz Tangentialtonarm! Die analoge Schönheit bringt mit 20kg dennoch reichlich Gewicht auf die Waage. Der Plattenteller aus Aluminium trägt dazu alleine schon 5.5kg bei. Direkt darunter liegt der durch einen Riemen angetriebene 1.7kg schwere Subteller, welcher unten eine Einsenkung von etwa 2/3 seines Durchmessers hat. In dieser Einsenkung entsteht das Luftpolster, welches durch das Loch in der darunter bündig zum Chassis liegenden Lagerplatte erzeugt wird. Erstaunlich ist der kleine Achsstummel des Subtellers, welcher vertikal führt und in einem Ölbad eingelassen ist: Man würde vermuten, dass so ein kurzer Achsstummel beim schweren Teller zwangsläufig zu gewissen Taumelbewegungen führt, aber offenbar soll die Luftschicht stabil genug sein, damit dies nicht der Fall ist. Absolut Beeindruckend!

Es verwundert kaum, dass der zum Einsatz kommende Kompressor, der sich um die Erzeugung und konstante Erhaltung des Luftpolsters kümmert, fast lautlos sein soll.  Man kann ihn daher problemlos in der Nähe des Plattenspielers aufstellen: In maximal zwei Metern Entfernung – dies ist die Länge welche von der flexiblen Kunststoffleitung vorgegeben wird.

Kommen wir nun zum Tonarm des Magne: Es handelt sich hierbei um einen Tangentialtonarm mit Luftlagerung. Ein altbekanntes Prinzip: Im Führungsrohr tritt aus vielen kleinen Bohrungen Luft aus, der Carbontonarm sitzt auf einer zylindrischen Hülse, welche durch das vom Luftdruck entstehende Luftpolster angehoben wird. Als Kabel kommt eine Kupferlitze zum Einsatz. Das eng verdrillte und lackisolierte Kabel sollte flexibel genug sein, damit der Tonarm in seiner Bewegung nicht gestört wird.

Das Chassis des Magne sitzt auf drei verstellbaren Füssen und sollte sich damit ideal in die Waage bringen lassen. Der Fachpresse ist allerdings zu entnehmen, dass gerade hier Verbesserungsbedarf seitens Hersteller notwendig ist, da sich offenbar beim einstellen sowohl die Gewinde im Fuss als auch im Chassis lockern, das ist natürlich sehr kontraproduktiv.

Klanglich soll der Bergmann Magne wiederum top sein. Gerade hier kommt das Konzept mit der Luftlagerung des Plattentellers und natürlich auch der Einsatz eines ebenso gelagerten Tangentialtonarms zum tragen. Die musikalische Präsentation wird vor einem brandschwarzen Hintergrund vorgeführt, die Ruhe und die Stabilität der Abbildung soll beeindruckend sein. Dabei soll er keineswegs so schwerfällig klingen, wie es so manche Massekonzepte tun. Die klare Wiedergabe feinster Details, der präzise und kräftige Bass sowie auch eine gewisse Lockerheit sollen der Lohn der besagten Luftlagerung sein.

In vielerlei Hinsicht ist der Bergmann Magne ein sehr interessanter Plattenspieler, vorallem aufgrund seines durchdachten Konzepts mit der Luftlagerung. In seiner Preisklasse dürfte es schwer sein, vergleichbares mit demselben Grundkonzept zu finden. Der Bergmann Magne geht inklusive Tonarm für 8’100 Euro über den Ladentisch. Den Tonarm gibts alleine für 4’800 Euro.

Einen interessanten und ausfühlichen Test des Plattenspielers Bergmann Magne gibts in der image hifi Nr. 101.

Hier gehts zur Produkt-Website des Bergmann Magne.